Bundesverband der Rüstungsindustrie orientiert sich in Richtung Friedensarbeit

Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Ein großer und einflußreicher Bundesverband der Rüstungsindustrie orientiert sich um und investiert künftig Geld, Beziehungen und Ressourcen in Friedensarbeit und Peacebuilding. Auf der seit Anfang April 2018 aktualisierten Webseite (www.bdsv.info) des Verbandes nimmt dieser wie folgt dazu Stellung:

  • Die Mitgliedsunternehmen des BDSV sind als bisherige Interessenvertretung deutscher Unternehmen der Rüstungsindustrie um eine konsequente Umorientierung bemüht; weg von Krieg und Leid, hin zu aktiver Friedensarbeit und Peacebuilding.
  • Kernanliegen unserer ist hierbei, angesichts weltweit zunehmender Verelendung in den Ländern des Südens durch Kriege und ökologische Zerstörung, aber auch unzureichender Existenzsicherung hierzulande, die Ursachen klar zu benennen. Diese bestehen im Kern in einer Politik, die auf Wirtschaftswachstum, Profitmaximierung und Konkurrenz ausgerichtet ist, die Konzerne, Vermögende und Finanzmarkt-Akteure begünstigt und weltweit zu steigender sozialer Ungleichheit, Naturzerstörung und Klimawandel, Krieg und Flucht führt.

 

Im Gegensatz zu den bisherigen Tätigkeitsfeldern findet eine konsequente Neuausrichtung des Einflussreichen Think Tanks statt:

“Der BDSV transportiert die gebündelten Interessen der deutschen Friedensbewegung und wird damit seiner Neuausrichtung, weg von Wettbewerbskrieg, Waffentechnik und Sicherheitsindustrie, hin zu ziviler Konfliktbearbeitung sowie Vermittlung von Verständnis und Fähigkeiten zur konstruktiven Austragung von Konflikten, gerecht.

Der BDSV ist künftig darum bemüht, immer wieder die Grauen des Krieges aufzuzeigen und die Schrecklichkeiten der eingesetzten Waffen(systeme) – insbesondere von Kampfdrohnen und Atomwaffen – explizit darzustellen, um Politik, Behörden, Organisationen und Menschen intensiv zu sensibilisieren.”

Weiterhin weist der offensichtlich geläuterte Verband auf viele verschiedene Friedensorganisationen, aktuelle Veranstaltungen und Aktionsmöglichkeiten hin. Zu guter letzt werden auch die vielfältigen Ursachen, der bisher nicht wirklich aufgearbeiteten Flüchtlingskrise, explizit aufgeführt:

Der BDSV weist auf die, durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie Brot für die Welt, geförderte Kampagne „Fluchtgrund.de“ hin:

  1. „Deutschland gehört zu den führenden Rüstungsexporteuren weltweit – damit werden nicht selten lokale Konflikte befeuert und repressive Regimes gestärkt. Terrorgruppen erbeuten immer wieder massenhaft Waffen aus Arsenalen früherer Lieferungen“
  2. „Europa ist nach Asien der zweitgrößte Fisch-Verbaucher. Unsere Fangflotten fischen mit ihren Megatrawlern auch die Fischgründe vor Afrikas Küsten leer – subventioniert von der EU. Die lokale Bevölkerung, die seit Jahrhunderten vom Fischfang lebt, wird ihrer Lebensgrundlage beraubt.“
  3. „Oft werden… Flächen in Entwicklungsländern aufgekauft, um darauf Energiepflanzen und billige Lebensmittel für den Export zu produzieren. Für die lokale Bevölkerung bedeutet dies den Verlust ihrer Lebensgrundlage und der Selbstbestimmung.“
  4. „Als Folge von Lebensmittelspekulation explodieren Preise für Grundnahrungsmittel weltweit. Viele Menschen können sich ihre tägliche Mahlzeit nicht mehr leisten. Sie müssen hungern oder vor dem Hungertod fliehen. Für notwendige Arztbesuche oder Schulgebühren ihrer Kinder bleibt dann erst recht kein Geld übrig. Auf der einen Seite herrscht Armut, Hunger und Tod, während sich auf der anderen Seite euphorische Investoren an Milliardengewinnen ergötzen. Viele der betroffenen Menschen sind deshalb zur Flucht gezwungen. Sie wollen überleben.“
  5. „Die Gier kennt im internationalen Wettbewerb keine Gnade. Mit den Freihandelsabkommen sichern die Industriestaaten ihre Macht ohne Rücksicht auf Verluste. Die Menschen in den benachteiligten Ländern hingegen verlieren jegliche Perspektive und müssen oft aus purer Angst vor dem Hungertod fliehen. Kommen sie schließlich in Europa an, werden sie als „Wirtschaftsflüchtlinge“ denunziert und in ihre Länder zurückgeschickt, wo sie aus Geldmangel subventionierte Billigprodukte aus der EU und anderen Ländern kaufen müssen.“

Diese und viele weiteren Infos unter: http://www.bdsv.info/de/index.php

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