Massenvernichtungswaffe Glyphosat

“Der Deal ist schnell erledigt. Für ein paar Geldscheine erhält man heute eine Massenvernichtungswaffe, die innert fünf bis sieben Tagen jegliches grüne Leben im gewünschten Ausmass vernichtet.

Dafür muss man nicht irgendwelche dunklen Vertriebskanäle benutzen, sondern einfach in die Gartenabteilung eines Grossverteilers gehen und man findet ein Waffenarsenal, dass jedem naturliebenden Menschen die Tränen in die Augen treibt. Allen voran das Gift Glyphosat.

Dieses Herbizid wird als Unkrautvernichter in zigtausenden Hobbygärten  eingesetzt und von den Konzernen Monsanto und Bayer als das ultimative Mittel im Kampf für ertragreiche Ernten gepriesen. Das scheint auch so zu stimmen. Das Mittel unterscheidet nicht zwischen Nutz- und Schadpflanzen…es killt sie alle. Ausser die Pflanzen wurden genetisch immun gemacht. Auf dem Markt ist Glyphosat bekannt als „Roundup“ von Monsanto.  Einfach ausgedrückt, wer Roundup verwendet, sollte auch Saatgut vom gleichen Hersteller beziehen. Sonst bleibt der Acker braun.  Monsanto wirbt auch mit der entsprechenden Wortwahl:

Genau genommen tötet Roundup alle Pflanzen, die nicht von Monsanto kommen.

Allein in Deutschland werden pro Jahr über 5000 Tonnen in die Umwelt gespritzt. Der globale Einsatz geht in die Millionen. In der Schweiz sind 98 Produkte, die Glyphosat enthalten für den Markt zugelassen. Man findet sie in den Verkaufsstellen unter illustren Namen wie Agro Glyphosat, Capito, Glifonex, Imperium Rex, Mas Kill, Roundup, Taifun, Uranus, Vulkan und viele mehr. Seltsamerweise ist die Auflistung der Killersubstanzen auf der Webseite des Schweizer Bundes unter „Pflanzenschutzmittel“  aufgelistet.

Die Wirkung

Monsanto umschreibt die Wirkung wie folgt:

„Glyphosat blockiert die Produktion bestimmter Aminosäuren, die für das Wachstum von Pflanzen essentiell sind. Im Stoffwechsel der Unkräuter wird durch den Wirkstoff Glyphosat das Enzym EPSPS und somit die Bildung der essentiellen Aminosäuren blockiert. Die Pflanze verwelkt. Dieses Enzym kommt bei Mensch und Tier nicht vor.“

Dem gegenüber stehen verschiedene Aussagen von Umweltschutzorganisationen und angeblich betroffenen Personen, die mit Glyphosat gearbeitet haben:

„Glyphosat sowie seine Neben- und Abbauprodukten wirken bei direktem Kontakt über Haut oder Atemwege toxisch. Tallowamin erleichtert als Netzmittel das Eintreten von Glyphosat in pflanzliche Zellen. Damit wird auch der Eintritt in menschliche und tierische Zellen erleichtert, was die Toxizität von Glyphosat erhöht.“

Diese Argumentation wird von der Tatsache untermauert, dass in über 60% der deutschen Bevölkerung Glyphosat im Urin nachgewiesen werden kann. Betroffen sind alle. Auch wenn man selber nie einen Tropfen dieses Herbizides verwendet hat, lassen sich Spuren nachweisen. Demzufolge muss es über die Ernährung in den Menschen gelangen. Ob die Grenzwerte der einzelnen Länder gesundheitsschädlich sind oder nicht, ist Gegenstand kontroverser Diskussionen.

Die EU sollte eigentlich 2012 neu darüber entscheiden, ob glyphosathaltige Produkte weiterhin zugelassen sind. Aufgrund faktischer Differenzen und erfolgreicher Lobbyarbeit der Konzerne, wurde die Entscheidung auf 2015 vertagt. Man wolle so der Industrie mehr Zeit für wissenschaftliche Studien geben, heisst es. Bis dahin gibt die europäische Lebensmittelbehörde EFSA grünes Licht für den Anbau von herbizid-resistenten Nutzpflanzen in Europa.

Die Mengen

In den USA beträgt der Glyphosat-Einsatz  ca. 82’000 Tonnen auf einer Fläche von fast 70 Millionen Hektaren. Argentinien hat  die 100% Anbaurate von Roundup-Soja 2010 fast erreicht. Dabei verspritzten die Argentinier 200 Millionen Liter auf die Äcker. Tendenz international stark steigend. Für Monsanto rechnet sich das giftige Geschäft. Der Jahresumsatz 2010 mit Roundup-Produkten betrug 2 Milliarden Dollar.

2012 wurden weltweit auf 170 Millionen Hektaren transgenes Saatgut ausgebracht. Rechnet man 5 Liter Glyphosat pro Hektare (empfohlene Menge), dann sind das 850 Millionen Liter weltweit, oder ungefähr 800’000 Tonnen, die jedes Jahr die Umwelt verkraften muss. Monsanto hat mittlerweile das Vertriebsrecht für Glyphosat-Produkte in 130 Ländern durchgesetzt. Die globale Vergiftung erfolgt seit 1974 mit Roundup-Produkten. Man kann sich die Mengen vorstellen (oder besser nicht), die seit der Einführung freigesetzt wurden. Daher gibt es praktisch keinen Flecken Erde mehr, wo das Herbizid nicht nachgewiesen werden kann.

Die Auswirkungen

Hier gehen die Meinungen und Gutachten auseinander. Es kommt ganz darauf an, von welcher Interessengruppe ein Gutachten erstellt, respektive in Auftrag gegeben wurde. Dass sich ein einfacher Sojabauer  keine Langzeitstudie über die negativen Auswirkungen von Glyphosat  leisten kann liegt auf der Hand. Damit sind sogar Umweltschutzorganisationen finanziell überfordert. Also bleiben nur die Gutachten von den Konzernen, die entsprechend wohlwollend formuliert sind. Zudem kann man sich nicht auf wissenschaftliche Standards einigen.  Somit halten die Expertisen und Gutachten keinem wissenschaftlichen Gremium stand, da sie nicht transparent und nachvollziehbar sind. Einzig die Beobachtungen sprunghafter Anstiege von Missbildungen und Krebsfällen in betroffenen Gebieten lassen nur Schlechtes vermuten.

Die Zukunft

Grundsätzlich handelt es sich hier um eine hormonaktive Substanz, der es egal ist, in welchem Organismus sie sich befindet. Sobald die Parameter stimmen wird getötet. Dazu kommen noch die Neben- und Abfallprodukte, die ebenfalls toxisch für Organismen sind. Ein weiterer Nebeneffekt ist der Rückgang von natürlichen Grünflächen, egal ob Nutzpflanze oder Unkraut. Alles was nicht den „Monsanto-Code“ trägt wird es in der Zukunft immer schwerer haben zu überleben. Das eigentliche Ziel des Konzerns ist klar. Nur noch genmanipulierte Pflanzen „verdienen“ eine Überlebenschance.

Da die weltweite Kontaminierung der Böden unaufhaltsam voranschreitet, bei einer Halbwertszeit von bis zu 2 Jahren, sollte dieses Ziel bald erreicht sein. Doch eines scheinen die Damen und Herren von Monsanto nicht zu kapieren. Gift kennt keine Grenzen. Es landet schlussendlich auch auf deren Teller.”

Quelle: http://www.neopresse.com/umwelt/glyphosat-massenvernichtungswaffe-aus-dem-supermarkt/