Die Anstalt vom 7.11.2017 – Mont Pèlerin Society, Neoliberalismus und warum alles bleibt wie es ist

Womit man nicht rechnen konnte, war eine gnadenlose Abrechnung mit der Ideologie des Neoliberalismus. Wer immer noch glaubt hat, dass Gerhard Schröder mit seiner Agenda 2010 die neoliberalen Grundelemente „Privatisierungen, Steuersenkungen und Sozialstaatsabbau“ erfunden hat oder wer das Lambsdorff-Papier aus dem Jahre 1982 als ursächlich identifiziert hatte, wurde in dieser Folge eines Besseren belehrt. Die Grundlagen wurden viel früher, nämlich bereits im Jahre 1947 gelegt, von späteren Nobelpreisträgern für Wirtschaft. Namen wie von Hayek und Friedman waren für Sie noch einigermaßen positiv besetzt? Seit dieser Sendung dürfte das Geschichte sein. Wer von einer Mont Pélerin-Gesellschaft bisher noch nie etwas gehört hatte, musste mal kurz die Luft anhalten, als eine riesige Leinwand von der Decke fiel, die aussah wie ein modernes Kunstwerk, aber nichts anderes darstellte als die Verknüpfung von 500 „Denkfabriken“ weltweit, ein gigantisches, global agierendes neoliberales Netzwerk. Wer sich angesichts dieser optisch hervorragend dargestellten Überlegenheit nicht ohnmächtig fühlt(e), hat ein sehr sonniges Gemüt.

https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-7-november-2017-100.html