Psycho-Wochen: Martin Luther – Psychogramm eines Inquisitors und Gewaltmenschen

“Jahrhunderte lang schaffte es die evangelisch-lutherische Kirche, dem gläubigen Volk den wahren Charakter ihres Gründers zu verheimlichen. Im Verbindung mit einer unkritischen und kirchenabhängigen Geschichtsschreibung entstand die Legende vom “großen Reformator” Martin Luther. Ende des 20. Jahrhunderts stellte sich aber mehr und mehr heraus, dass es sich hierbei um eine der größten Geschichtsfälschungen des Abendlandes handelt. Martin Luther verdankt seine scheinbare Größe der Korruptheit der katholischen Kirche, die er zu reformieren suchte und schließlich bekämpfte. Schon nach wenigen Jahren wurde er dabei selbst zum machtbesessenen und intoleranten Fanatiker, der zu Mord und Totschlag aufrief. Die nachfolgende Studie des ehemaligen katholischen Theologieprofessors und Religionswissenschaftlers Dr. Hubertus Mynarek liefert ein ungeschminktes Psychogramm dieses Mannes, das letztlich auch zur Basis der nach ihm benannten Kirche wurde.

Am Anfang der religiösen Reformbewegung des 16. Jahrhunderts in Deutschland steht die übermächtige Gestalt Martin Luthers. Seine Person, sein Charakter, sein Verhalten, seine Schriften und Vorgehensweisen bestimmen bis heute auch übermächtig Wesen, Geschichte und prominente Persönlichkeiten der evangelischen Kirche in Deutschland, teilweise auch noch darüber hinaus. Den Begründer ihrer Kirche, den Reformator Luther, lernen die evangelischen Theologiestudenten in ihrem Studium intensiv kennen, an ihm orientieren sie sich, an ihm nehmen sie Maß für ihr eigenes Leben, Schreiben und Wirken, er ist ein zentrales Motiv ihres Handelns und ihrer Sicht der Religion, der Moral, der Welt, der Gesellschaft und des Staates. Man kann also mit Bestimmtheit sagen: Wer Luther nicht kennt, der kann auch einen evangelischen Theologen oder Kirchenmann nicht verstehen. Daher ist es auch so wichtig, die Persönlichkeit, die Theorie und Praxis Martin Luthers zu studieren, um sich ein möglichst objektives und umfassendes Bild von jenen evangelischen Theologen machen zu können, die heute als Sektenbeauftragte ihrer Kirche fungieren.

Luther folgte einem dämonischen Zwang

Es gibt so etwas wie ein “Gesetz der Dämonie” in der Psyche macht­hungriger bzw. machtbeses­sener Men­schen. Luthers Psyche folgte fährig diesem dämo­ni­schen Zwang. Sie glaubte, den Sieg, die Überlegen­heit über den Gegner nur dadurch endgültig si­chern und ga­rantieren zu können, dass sie ihn mit dem Teufel identi­fizierte. In seiner Identifizierung des Papsttums mit Teufel und An­tichrist schreckte Luther auch vor sexuellen und ana­len Kennzeich­nungen der obersten Spitze der römisch-katholischen Kirche nicht zurück. Luther erklärte allen Ern­stes, “dass der einzige Kör­per­teil, den der Papst unbeaufsich­tigt las­sen musste, die Kehrseite sei … Diese Ex­ter­ritorialität wurde je­doch vom Teufel erkannt, der sie unver­züg­lich monopoli­sierte: ‘Wenn wir ymmer sollten freud haben’, sagte Luther, ‘so solt uns der teuffel bescheis­sen’ … unter allen Berei­chen seines Körpers hatte die Kehr­seite bei ihm zweifel­los bösartige Vorherrschaft. Oft sprach Luther Dinge direkt aus, die in unserer Zeit erst Freud implizite, symbolisch und unbewusst in neu­rotischen Symptomen ausgedrückt fand … Als Freud die Bedeu­tung dieser unbe­wussten Dinge ent­deckte, war er von der offenkundi­gen Parallele zur Hexerei betroffen, die durch die Exkremente des Men­schen hölli­schen Einfluss über ihn zu gewinnen suchte. ‘Ich fange an, von einer ganz primitiven Teufels­religion zu träu­men’ … Luther je­doch, als er sich im Tief seiner De­pression als Fäkalie bezeich­nete, die bald aus dem Welt-Rektum aus­gestoßen werden müsse, näherte sich damit so weit der Spra­che des Unbewussten, dass er mit einem weni­ger poetischen Geist einer Psychose sehr nahegekom­men wä­re. Seine auf dem Mist gewach­se­nen Angriffe auf den Papst wur­den dagegen eindeutig zur Beses­senheit bei ihm. So ließ er zum Bei­spiel Holzschnitte herstellen, auf denen die Kirche als Hure gezeigt wurde, die rektal eine Teufelsbrut gebiert. Aus dem päpstli­chen Fami­lienna­men Farnese macht er ‘Furzesel’. In ihrer Maß­losig­keit drückten Lu­thers Obszönitäten die Not einer manisch-depres­siven Na­tur aus, die einen Zustand un­erbitt­licher para­no­ider Be­kämpfung eines fest be­stimmten äußeren Feindes auf­recht­erhal­ten muss, um zu ver­hin­dern, dass sie sich selbst preisgibt und sozusa­gen aus­scheidet … Wir müs­sen folgern, dass Luther mit sei­nen ana­len und wild verwerfen­den Lästerungen ein Sicherheits­ventil zu finden suchte.”155 Schließ­lich konnte Luther nicht einmal mehr beten, ohne das Papsttum zur glei­chen Zeit zu ver­teufeln: “Denn ich kan nicht beten, ich mus da bey flu­chen. Sol ich sagen: Geheiligt werde dein name, mus ich da bey sagen: Verflucht, verdampt, ge­schendet müsse wer­den der Papi­sten namen … Sol ich sagen: Dein Reich kome, so mus ich da bey sa­gen: verflucht, ver­dampt, verstö­ret müsse werden das Bapsttum … Werlich, so bete ich alle tage münd­lich und mit dem hertzen on unter­las.”156

Hier stehen wir tatsächlich vor dem Tatbestand einer krankhaften Ob­session, einer Besessenheit, die dem älteren Luther immer mehr zu schaffen machte. Seine Psyche wurde von ein paar fixen Ideen (ge­fangen-)gehalten, die er nicht mehr kritisch zu hinterfragen ver­mochte. Die Polarität zwischen der kritik­losen Vereinnahmung Gottes für sich selbst auf der einen und der Gleichsetzung des Geg­ners mit dem Teufel und den verschieden­sten sexuellen Perver­sionen auf der an­deren Seite hatte ihren “reli­giö­sen” Höhepunkt bei Luther er­reicht, ei­nen Höhepunkt, auf dem es ihm sogar zur Gewissheit wurde, was er auch flugs öffent­lich ver­kündete, “dass nie­mand gerettet wer­den könne, der nicht wie er die römische Kirche verlasse.”157 Aber selbst diese Fixiert- und Be­sessenheit Lu­thers hat ihre heutigen Parallelen, auch wenn dies nicht im kli­nisch-psychia­trischen Sinn rele­vant sein muss. Aber von Besessen­heit im weite­ren Sinn bei zahlrei­chen heu­tigen evangelischen Sek­tenbeauf­tragten darf wohl berech­tigterwerise gesprochen werden, wenn man sieht, wie die meisten von ihnen ununterbrochen und maß­los alles Nega­tive, Perverse, Dämonische den sog. Sekten un­terstellen und diese Unterstellungen gebets­müh­lenartig in den Medien wiederholen. Auch sie halten wie Luther ein Feindbild mit allen Mit­teln auf­recht, um nicht in die psy­chotischen Ab­gründe ihrer ei­genen Schlech­tig­kei­ten hinabzu­stürzen.

Luther selbst setzte sein “Gott-Teu­fel-Schema” schließlich prak­tisch gegen alle Gruppierungen, Rich­tungen und Strömungen ve­he­ment ein, die nicht total auf seiner Linie lagen oder sich ihm nicht voll un­ter­ordneten. Ganz besonders schlimm traf es die aufstän­di­schen Bauern und ihre Anführer. Kein Mittel zur Überzeugung der staatli­chen Obrig­keit von der Not­wen­digkeit, schärf­ste Methoden gegen die Bauern in Anwendung zu brin­gen, erschien Luther so wirksam wie das der Verteufelung dieser gehetzten, ar­men Men­schen: Es könne “nichts Giftigeres, Schädli­cheres, Teuf­lischeres” geben als diese Leute, die “nichts als Teu­felswerk” trieben; sie “dienten … dem Teufel unter dem Schein des Evangeliums”, wes­we­gen “sie wohl zehnmal den Tod verdient haben an Leib und Seele”; sie seien “des Teufels” und bildeten einen “teuf­lischen Bund” der “Bosheit und Verdammnis”. Er, Luther, meine, dass kein Teufel mehr in der Hölle sei, sondern alle­samt in die Bauern ge­fahren seien. Darum solle “flie­hen vor den Bau­ern, wer da kann, wie vor dem Teu­fel selbst.”

Der größenwahnsinnige Missbrauch Gottes

Größenwahnsinnige verspüren nicht selten das drin­gende Bedürf­nis, ihre “gewaltigen Taten” noch zu er­hö­hen, zu verewigen und mit einer numinosen Aureole zu umge­ben, indem sie sich für die “eherne Not­wen­digkeit” dieser Aktionen auf den “Befehl Gottes” oder die “Vorsehung” berufen. Ganz ge­nauso berief sich Luther auf den ihm gegebe­nen Befehl Gottes, den Fürsten die Weisung zu erteilen, die Bauern totzu­schlagen: “Predi­ger sind die allergrößten Tot­schlä­ger. Denn sie ermahnen die Obrig­keit, dass sie entschlossen ihres Am­tes walte und die Schäd­linge be­strafe. Ich habe im Aufruhr alle Bauern erschlagen; all ihr Blut ist auf mei­nem Hals. Aber ich schiebe es auf unseren Herrgott; der hat mir be­fohlen, solches zu reden …”

Die geistige Vorbereitung des Holocaust an den Juden

Klar, dass Luther dann auch den Humanismus ablehnt und verket­zert,186 denn auch dieser hält ja wie die Philosophie viel von der Vernunft des Menschen. Ge­gen den großen Humanisten Erasmus von Rotterdam wütet Luther fast ebenso furchtbar wie gegen Tho­mas Münt­zer: “Ebenso wie Eras­mus habe ich auch Müntzer getötet; der Tod liegt auf meinem Hals.”187 Merke: Die Reformation Lu­thers ist “anti-ratio­nal” und “anti-humanistisch”, da sie ja von den Fähigkeiten und der Schöpfer­kraft des Men­schen nichts hält. Daher sollten Staatsmänner und Medien endlich nicht mehr dar­auf her­einfallen, dass evangelische Sek­tenbeauftragte die sog. Sekten als irra­tional und inhuman diffa­mieren, sich selbst aber gleichzeitig als rational und die “human rights” schützend anpreisen.

Wie unerhört inhuman und men­schenrechtswidrig Luther denkt und handelt, zeigt sich auch in sei­nem Verhältnis zu den Juden. Wie­derum manifestiert sich hier der­selbe Ver­nichtungsmechanismus, wie ihn Lu­ther bereits gegen Bau­ern und Wie­dertäufer, Thomas Müntzer und Erasmus, Philosophen und Huma­nisten anwandte: “Wenn der Jude sich nicht zum Christen­tum bekehrt, ist er des Teufels oder ein Teufel und soll er dann entspre­chend be­straft oder getötet wer­den.” Die drei Schriften Luthers “Von den Juden und ihren Lü­gen”, “Brief wider die Sabbather an einen guten Freund”, “Vom Schem Ham­phoras” atmen einen derart abarti­gen, perversen Ungeist, dass sich alles in einem sträubt, aus diesen Pamphleten zu zitieren. Dennoch muss dies getan wer­den, weil die sich in diesen Schrif­ten ausdrüc­kende Menschen­verachtung nicht einfach Vergan­genheit ist, sondern wie eine düste­re, dunkle Wolke über der evan­ge­lisch-lutherischen Kirche schwebt und auch ihre heu­tigen Sekten­jäger schwer belastet, umnebelt und durchdringt. Kommt doch diese Menschenverachtung bei Luther und Lutheranern aus einer einzigen einheitlichen Quelle: der Überzeu­gung von der totalen Verdorben­heit der menschlichen Natur, in der nichts, aber auch nichts Positives zu finden sei und die nur gerettet, “gerechtfertigt” werden könne, wenn sie den Glau­ben an die Gnade Gottes im exklu­siven Sinne Martin Luthers an­nimmt. Da sich, wie be­reits wie­derholt gesagt, Luther mit Gottes Willen und Auffassung identifi­ziert, ist jeder ein antigöttli­cher Teufel, der Luthers Lehre nicht akzeptiert. Daher also auch das ra­biate Wüten gegen die diese Lehre nicht übernehmenden Juden.

Da diese auf Luthers Bekehrungs­versuche zum Teil sogar mit den gegenteiligen Versuchen, Luthera­ner zum Judentum zu bekehren, antworteten und da der Reforma­tor seine eigene Lehre total mit dem identifi­zieren zu können glaubt, was in der Bibel steht, verbie­tet er den Juden sogar das Lesen der Hl. Schrift.188 Ihr Juden, so Luther, “seid doch nicht wert, dass ihr die Biblia von außen solltet ansehen, geschweige, dass ihr drinnen lesen solltet. Ihr solltet allein die Bibel lesen, die der Sau unter dem Schwanz steht und die Buchsta­ben, so da selbst herausfallen, fressen und saufen. Das wäre eine Bibel für solche Propheten, die der göttli­chen Majestät Wort … so säuisch zuwüh­len (= zerwüh­len) und so schwei­nisch zureißen (= zerrei­ßen).” Man bedenke bei dieser Aussage Luthers auch seinen räu­berischen Fanatis­mus, der den  Ju­den wegnehmen will, was ihr urei­genstes Gut ist: die Bibel, von der nur ein kleiner Teil das den Chris­ten gehörende sog. Neue Testament ist.189 Allen Ern­stes jedenfalls rät Luther, dass man den Juden “alle ihre Bücher nehme, Betbü­cher, Talmudisten, auch die ganze Bibel und nicht ein Blatt ließe”; und dass man den Ort, wo sie ihre Bibelle­sungen abhalten, “ihre Synagoge mit Feuer verbrenne. Und werfe hier zu, wer da kann, Schwe­fel und Pech. Wer auch höllisch Feuer könnt zuwerfen, wäre auch gut, auf dass Gott unseren Ernst und alle Welt solch Exempel sehen möchte” (an anderer Stelle in der­selben Schrift fordert Luther, “dass man ihre Synagoge oder Schulen mit Feuer an­stecke und was nicht bren­nen will, mit Erde überhäufe und be­schütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacken davon sehe ewig­lich. Und solches soll man tun unserem Herrn und der Chri­sten­heit zu Ehren… “).

Um Fürsten und Volk so richtig zum Hass gegen die Juden aufzu­stacheln, ihnen die totale Bereit­schaft zur Jagd gegen sie einzuge­ben, macht Luther die Juden un­über­bietbar schlecht, indem er sie mit dem Teufel identifiziert: “Dar­um, wo du einen rech­ten Ju­den siehst, magst du mit gutem Gewis­sen ein Kreuz für dich schla­gen und frei und sicher sprechen: Da geht ein leibhaftiger Teufel.” “Dar­um wisse, o lieber Christ, und zweifle nichts daran, dass du nächst nach dem Teu­fel keinen bittereren, gifti­geren, heftigeren Feind hast denn einen rechten Juden, der mit Ernst ein Jude sein will.” Juden sind “durstige Bluthunde und Mör­der der ganzen Christenheit mit vollem Willen.” Die Fürsten und Herren ruft Luther geradezu zu Judenpo­gromen auf, da er sie auf­fordert, “dass ihr und wir alle der un­leidli­chen, teuflischen Last der Juden ent­laden werden”, um “nicht vor gott schuldig zu werden” we­gen des Versäumnisses, sie nicht verjagt zu haben. So perver­tiert ist dabei Lu­thers Gewissen bereits, dass er sei­nen diesbezüglichen fürchterlichen Aufruf an die Für­sten und Herren mit dem Satz ab­schließt: “Ich will hiermit mein Ge­wissen gereinigt und entschul­digt haben als der ich treulich ha­be angezeigt und ge­warnt.”

…”

Quelle und gesamter Text: https://www.theologe.de/hubertus-mynarek_ueber_martin-luther.htm

Weiterführendes: http://www.schmidt-salomon.de/mynarek.htm

u.a. “Mynarek: Reaktionäres Gedankengut ist in meinem Buch “Ökologische Religion” überhaupt nicht enthalten. Es ist auch keine neuheidnische Schwärmerei für die Natur, wohl aber liefert es eine Unmenge naturwissenschaftlicher, ökologischer, psychologischer und antropologischer Argumente für die Rettung der Natur auf unserem Planeten und für die Achtung und Anerkennung der Werte und Rechte der Tiere und Pflanzen. Vielen gefiel dieses Buch schon deshalb nicht, weil ich darin für ein Ende des Fleischkonsums eintrat, durch den ja viele Tiere gequält und getötet werden, nicht nur durch die makabren Tierversuche zu medizinischen und militärischen Zwecken. Aber ich halte es hier mit Leo Tolstoi, der den berühmten Satz prägte: “Solange es Schlachthöfe gibt, wird es Kriege geben.” Eine echte, ethische Höherentwicklung der Menschheit wird es in der Tat nicht geben, solange wir Schmerz und Leid genau so wie wir empfindende nichtmenschliche Lebewesen töten. Mein Freund Karlheinz Deschner, Autor der berühmten “Kriminalgeschichte des Christentums” hat das auf den Punkt gebracht: “Warum essen Menschen Tiere? Weil sie ihnen schmecken. Das ist zwar barbarisch, ist ethisch indiskutabel, aber so ist es. Es ist, wie es ist, und es ist fürchertlich … Differenziertere Gemüter räumen den Sachverhalt nicht so gerne ein, zu roh, zu gemein, wie er ist, einfach niederträchtig, basierend allein auf dem Recht des Stärkeren, dem Recht der Gewalt.”
Interessanterweise hat mein Buch in fast allen Lagern heftige Gegner gefunden. Paradoxerweise auch bei den Christen. Aber auch da trifft Deschner den heute verschleierten bzw. ins Gegenteil ökologisch hochgejubelten Tatbestand, wenn er betont: “Für das Christentum beginnt die Tragödie des Tiers, die größte Tragödie auf Erden, bereits im Alten Testament … Biblischer Tierschutz? … Der nackte Egoismus einer Viehzüchterreligion!”
Manche Atheisten, vor allem marxistischer Prägung, wollten in meiner Erweiterung des Naturbegriffs, in dem Umstand, dass ich die Natur nicht nur in ihrem grausamen Daseinskampf, sondern in ihrem ästhetischen, kommunikativen, symbiotischen, bewusstseinsmäßigen etc. Aspekten sehe und bewundere, nicht nur neuheidnische Schwärmerei, sondern sogar faschistoide Elemente erblicken. Sie kennen ihren Marx nicht, der an zahlreichen Stellen seiner Werke geradezu überschwänglische Hymnen auf die Natur singt.
Natürlich würde ich heute manche neue Details in mein Buch einbringen. Aber an der Grundstruktur und Grundintention meines Buches brauche ich nichts zu ändern, weil sie nichts Reaktionäres oder Faschistoides enthält. Dass ich den ökologischen Menschen dem technokratischen vorziehe, dass dann manche Kritiker in böswilliger Absicht aus dem Achtung gegenüber der Natur empfindenden ökologischen Menschen das genaue Gegenteil, nämlich den arischen Herrenmenschen machten, ist evidentermaßen nicht mein Problem, sondern das, vielleicht sogar psychopathologische, dieser Herre”n.