“Bundeswehr exclusive”: PR-Offensive für den Krieg

„Unter dem Titel »Mali – Einsatz sagt mehr als 1000 Worte« startet die Bundeswehr eine Ministerin von der Leyen hat in einem Anschreiben an die Bundestagsabgeordneten eingeräumt, dass »gerade die Auslandseinsätze einen Vorbehalt« gegen die Bundeswehr auslösen können. Tatsächlich ist dieser Vorbehalt mehr als berechtigt.

Der Drehort, Camp Castor bei Gao, ist einer der gefährlichsten Einsatzorte überhaupt. Auf dem Papier soll die Bundeswehr dort im Rahmen einer UN-Militärmission den Frieden sichern. Den gibt es aber nicht. Im Januar kamen in Gao bei einem Angriff von Aufständischen über 70 malische Soldaten ums Leben. Es hätte auch Bundeswehrsoldaten treffen können: Camp Castor liegt nur rund 1500 Meter vom Anschlagsort entfernt.

Doch diese Realität wird in der Bundeswehr-PR nicht abgebildet (Reisebericht von Christine Buchholz von 2014). Stattdessen wird der Eindruck vermittelt, alles sei ein großes Abenteuer. Das erinnert an den Roman »Im Westen nichts Neues« von Erich Maria Remarque, wo ein Lehrer seine Schüler mit Heldengeschichten für die Front im Ersten Weltkrieg begeistert. In Gao erwartet die Soldaten keine Abenteuer. Sondern Hinterhalte, Sprengfallen und eine Bevölkerung, die den internationalen Truppen zunehmend ablehnend gegenübersteht.

Bundeswehr bringt Mali keinen Frieden

Ministerin von der Leyen lockt junge Menschen in den Krieg. Vieles erinnert an die erste Zeit der Bundeswehr in Afghanistan vor fünfzehn Jahren. Genau wie damals sind weder die UN-Mission Minusma noch die mit ihr kooperierende Kampfoperation Barkhane der französischen Armee (Warum die Linke in Frankreich gegen den Einsatz ist) in der Lage, das Land zu befrieden. Im Gegenteil: Die Anwesenheit ausländischer Truppen provoziert geradezu Widerstand. Die deutschen Truppen fahren abgeschirmt in gepanzerten Wagen Patrouille ohne Kontakt zur einheimischen Bevölkerung. Je länger das dauert, desto mehr werden sie als fremde Besatzer wahrgenommen. Ein Soldat sagte mir bei einem Besuch in Gao: »Je stärker wir hier präsent sind, desto interessanter werden wir als Anschlagsziel.«

Worum geht es in Mali wirklich?

Der Bundeswehreinsatz in Mali fügt sich in die deutschen imperialistischen Bestrebungen ein. Denn tatsächlich geht es bei dem Bundeswehreinsatz weniger um Mali als vielmehr um die geopolitischen Ziele Deutschlands. Schon im Januar 2013 lud die französische Regierung die Bundesregierung ein, sich am Krieg in Mali zu beteiligen. Diese verstand das als einmalige Gelegenheit, im Windschatten der französischen Armee am Südrand der Sahara, in einer rohstoffreichen Region, militärisch Fuß zu fassen. Frankreich verfügt als ehemalige Kolonialmacht über militärische Stützpunkte, Erfahrung und Einfluss in der Region. Deutschland hingegen kaum. Der Einsatz ist in vielem auch Ausbildung für die Bundeswehr selbst. Was sie heute als Blauhelmtruppe lernt, kann sie morgen als Kampftruppe umsetzen. Dem dient zum Beispiel der Einsatz einer eigenen Heron-Aufklärungsdrohne. Die Bundeswehr wertet hier, anders als bei den Einsätzen in Afghanistan oder in Syrien und Irak, die Bilder in Eigenregie aus. Das ist zwar ineffizient, aber die deutschen Streitkräfte machen es trotzdem selbst, unter schwierigen Bedingungen.

Wie kann in Mali Frieden erreicht werden?

Frieden kann nicht von außen aufgezwungen werden. Er kann nur aus der malischen Gesellschaft wachsen, von unten. Es gibt in Mali eine Linke sowie eine für afrikanische Verhältnisse starke Zivilgesellschaft. Anfang der 90er Jahre gab es eine Revolution im Land. Doch westliche Regierungen haben die korrupten Regierungen gestärkt, die danach gekommen sind. DIE LINKE sollte stattdessen diejenigen Kräfte unterstützen, die im Innern Malis für Frieden und eine sozialere Gesellschaft kämpfen.

Quelle: https://www.marx21.de/mali-bundeswehr-minusma/