Permanenter Krieg nach außen, führt zu permanenter Gewalt nach innen!

„Land unter Waffen. Nach dem Massaker (Anm. d Red. : das war ganz klar ein Terroranschlag von einem weißen, wohlhabenden und westlich geprägten US-Bürger und nichts anderes!) von Las Vegas

Nein, das Massaker von Las Vegas ist kein Problem der Waffen, von denen es selbstverständlich mit rund 300 Millionen zu viele gibt in den USA. Die Ursache für den Massenmord an den aus dem Hinterhalt niedergeschossenen Konzertbesuchern ist nur vordergründig darin zu suchen, dass ein »Wahnsinniger« oder »einsamer Wolf« sich mitten in Las Vegas, der US-Hauptstadt des Glücksspiels, der Prostitution und der Immobilienprofite, mit 23 seiner Schießeisen verschanzte und von ihnen Gebrauch machte. Von welchen Motiven dieser wohlhabende weiße Immobilienglücksritter Stephen Paddock auch getrieben gewesen sein mag – das von ihm begangene Verbrechen ist genauso ein Problem der Politik wie alle anderen Amokläufe und Massaker davor.

Die amtierende politische Führung im Weißen Haus ist unter anderem deshalb an die Macht gekommen, weil sie versprach, Expräsident Barack Obamas äußerst zögerliche Versuche, die Verbreitung von Waffen in Privathand einzudämmen, bald vergessen zu machen. Donald Trump hat während seines Wahlkampfs 2016 immer wieder betont, er sei ein überzeugter Verfechter des zweiten Zusatzartikels der US-Verfassung, der besagt, dass niemand das verbriefte Recht der US-Bürger auf den Besitz von Schusswaffen »einschränken« darf.

Es war die National Rifle Association (NRA), die Trumps Kandidatur finanziell und propagandistisch unterstützte und ihm maßgeblich zum Sieg verhalf. Mit fünf Millionen Mitgliedern bezeichnet sich die NRA zynisch als »Amerikas älteste Bürgerrechtsorganisation«. Als Bindeglied zwischen Waffenindustrie und Waffennarren ist sie heute die bewaffnete Speerspitze der »konservativen Revolution« in den USA.

Kaum hatten sich nun mehrere US-Politiker erneut für schärfere Waffengesetze ausgesprochen, konterte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders: »Es wäre voreilig, politische Maßnahmen zu diskutieren, solange wir nicht vollständig wissen, was gestern abend passiert ist.«

Wer die unzähligen Massaker an Zivilpersonen in den USA verstehen will, muss sich mit der psychosozialen Verfasstheit dieses von bewaffneten europäischen Eroberern auf den Massengräbern der Ureinwohner und der afrikanischen Sklaven gegründeten Landes befassen. Sie zeigt sich auch an Amokläufern wie Paddock, aber mehr noch am Verlauf der Weltgeschichte. Die verharmlosend als »Weltpolizist« titulierten USA haben sich nach 1945 im Kampf zum Schutz des westlichen politökonomischen Systems als »globaler Massenmörder« erwiesen – von Korea über Vietnam und Afghanistan bis zum Trümmerfeld im Nahen Osten. Im Blutbad von Las Vegas spiegelt sich die herrschende US-Politik. Wer wirklich will, dass Massaker wie das von Las Vegas aufhören, muss sich nicht nur für eine strenge Waffenkontrolle im Inland der USA einsetzen, sondern für ein Ende der Kriege der Vereinigten Staaten in der Welt.“

Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/319352.land-unter-waffen.html?sstr=Land|unter|Waffen