Doku über US-Drohnenkrieg: “National Bird”

“Eine der umstrittensten Entscheidungen der Obama-Regierung ist die Ausweitung des sogenannten Drohnenkriegs, das angeblich punktgenaue Angreifen feindlicher Ziele, das „klinische“ Töten von Terroristen. Wie fragwürdig diese Art der Kriegsführung ist zeigt Sonia Kennebeck in ihrer Dokumentation „National Bird“, die ihren Blick auf amerikanische Soldaten richtet.

Während des ersten amerikanischen Golfkriegs Anfang der 90er Jahre wirkten die grünstichigen Bilder von Raketen, die in Häuser einschlugen noch unwirklich und irreal. Seitdem hat sich die Militärtechnik rasant weiterentwickelt, wirken die Bilder, die Überwachungsdrohnen aus weiter Entfernung liefern, fast fotorealistisch, doch am Ergebnis hat sich wenig geändert: Am Ende schlägt eine Bombe in ein Haus oder ein Auto ein, in dem sich mutmaßliche Feinde aufhalten. Kommen dennoch auch Zivilisten ums Leben, sprechen Militärs euphemistisch von Kollateralschäden. Ausgerechnet die Obama-Regierung hat in den letzten acht Jahren den Drohnen-Krieg ausgedehnt, aus dem einfachen Grund, dass beim ferngesteuerten Krieg aus der Distanz keine eigenen Soldaten in Gefahr sind. Welche ethischen Konsequenzen diese Art der Kriegsführung hat, welche weitreichenden Fragen das nur scheinbar präzise Töten aus der Distanz aufwirft, untersuchte unlängst Karin Jurschik in ihrem Essayfilm „Krieg und Spiele.“

Ab heute im Kino!

Quelle: http://www.filmkunstkinos.de/filmtext.php?movie=natio16k

Film-Homepage: http://nationalbirdfilm.com/

Interview mit der Regisseurin auf “Das Milieu”: http://www.dasmili.eu/art/sonia-kennebeck-kann-man-terror-mit-terror-bekaempfen/